Grünes Kino am 3. Mai: Der Kuaför aus der Keupstrasse

9. Juni 2004, Köln: Eine Nagelbombe detoniert in der Kölner Keupstraße, einer belebten türkischen Geschäftsstraße. Dabei wurden 22 Menschen verletzt, vier davon schwer. Die Geschäfte und Gebäude wurden schwer beschädigt. 10 Jahre später kehrt der deutsche Regisseur Andreas Maus zur Unglücksstelle zurück. Der türkische Friseursalon „Kuaför“, der damals die meisten Schäden erlitten hat, wurde inzwischen geschlossen. Das Ereignis ist in dem Bewusstsein der Bewohner tief verankert. Inzwischen konnten die Anschläge der rechtsradikalen Gruppe NSU zugeordnet werden. Doch es bleiben noch viele Fragen offen. Andreas Maus will die Ereignisse hinter dem fremdenfeindlichen Anschlag neu aufarbeiten. Dabei trifft er auf Opfer und Anwohner und zeigt das fehlgeleitete Verhalten der damals tätigen Polizisten, die den Fall möglicherweise aus latent fremdenfeindlichen Motiven heraus verharmlost hat. Maus untersucht die alten Polizei-Akten und zeigt wie der offensichtlich fremdenfeindliche Hintergrund der Tat geleugnet und die Opfer selbst verdächtigt wurden. Dabei wurden der Keupstraße Verbindungen zum Rotlichtmilieu und dem Drogenhandel vorgeworfen. Als stichhaltige Beweise ausblieben, wurden die Nachforschungen komplett eingestellt. Erst nachdem die NSU 2011 aufflog, kam das ganze Ausmaß des Anschlags an die Öffentlichkeit. Andreas Maus Aufarbeitung ist gerade vor dem Hintergrund der NSU Prozesse sehr aktuell.

Das schreibt kino.de zu dem Film, den wir mit euch am Dienstag sehen wollen.

Nach dem Film wird es die Gelegenheit geben mit unserem Landtagsabgeordneten Ali Bas und weiteren Expert*innen über den Film und den NSU-Untersuchungsausschuss in NRW zu diskutieren.

Der Eintritt ist frei!

Mehr Infos zum Film gibt es hier auf der Website des Oelder Kinos.

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